Festgeld
Von Michael Lorenz (ML)Wer möchte das nicht? Sich zurücklehnen und einfach sein Geld für sich arbeiten lassen? Und das risikofrei und zuverlässig.
Was auf den ersten Blick wie ein Märchen klingt, gibt es tatsächlich. Fest- oder auch Termingeldanlagen versprechen für eine feste Laufzeit garantierte Zinsen, die sich sehen lassen können. Doch hält dieses verlockende Angebot auch einem zweiten, kritischen Blick stand?
Ob man Festgeld- oder Tagesgeldanlagen bevorzugt, hängt stark vom persönlichen Anlagestil ab, der Sicherheit des Festgeldes steht die Flexibilität des Tagesgeldes gegenüber. Wer auf Sicherheit und garantierte Zinsen setzen möchte, eröffnet bei seiner Bank ein Festgeldkonto, bei dem für einen genau bestimmten Zeitraum ein fester Betrag zu einem im Voraus festgelegten Zinssatz angelegt wird. Doch aufgepasst: Bei dieser Anlageform liegt das Geld wirklich fest, das heißt, wer vor Ablauf der Laufzeit dieses Konto plündern möchte, verzichtet dabei meistens auf den kompletten Zins.
Wie funktionierts?
Bei Festgeldkonten liegt die Mindestanlagesumme je nach Anbieter meist um 5.000 Euro, einige Banken legen auch Beträge ab 2.500 Euro als Festgeld an. Der übliche Anlagezeitraum beträgt mindestens 30 Tage. Gebräuchlich sind 90 Tage, 180 Tage bis zu maximal 360 Tagen. Der Zins schwankt, reicht aber bis zu über 5 %.
Am Ende der Laufzeit wird meist eine Verlängerung angeboten. Diese Prolongation ist oft automatisch vorgesehen und erfasst denselben Zeitraum. Allerdings endet die Zinsberechnung bei der bequemen Automatik. Bei einer Verlängerung gelten nämlich neue Konditionen, und die können besser, aber eben auch schlechter sein. Deshalb ist es auf jeden Fall ratsam, beizeiten zu prüfen, ob sich die Prolongation bezahlt macht oder ob Ihr Geld nicht anderswo besser verzinst wird.
Wie viel gibts fürs Festgeld?
Die Konditionen, die eine Bank für Festgeld bietet, variieren erheblich. Grundsätzlich gilt: Je länger der Anlagezeitraum und je höher der Anlagebetrag, desto höher auch der Zins. Da es im Augenblick viele, teils sehr unterschiedliche Angebote für Festgeld gibt, lohnt der Vergleich auch anderer als der eigenen Hausbank. Oft haben gerade Online-Banken attraktive Angebote.
Vorsicht vor Staffelung!
Häufig locken hohe Zinssätze, entpuppen sich dann aber als gestaffelte Guthabenzinsen. Sie steigen zwar mit der Höhe des Festgeldes, jedoch wird nur auf den Betrag, der über die Staffel hinausgeht, der jeweils höhere Zinssatz bezahlt. Wenn eine Bank zum Beispiel ab einer Geldanlage von 10.000 Euro einen Zinssatz von 4,0 Prozent bietet, zahlt sie darunter oft nur 3,5 Prozent. Wer 11.000 Euro anlegt, dem verzinst die Bank bei einem gestaffelten Zins nur die 1.000 Euro, die über 10.000 Euro hinausgehen mit dem höheren Zinssatz. Die Frage, ob der Zinssatz wirklich für den gesamten Anlagebetrag bezahlt wird, lohnt also.
Wie sicher ist sicher?
Zunächst gibt es kein Kursrisiko, wie ihm Aktienanleger ausgesetzt sind. Alle Banken mit Sitz in der Europäischen Union müssen die Einlagen ihrer Kunden aufgrund eines EU-Gesetzes über eine nationale Entschädigungseinrichtung gegen eigene Insolvenzrisiken absichern. So schützt seit 1998 die "Entschädigungseinrichtung deutscher Banken" alle Einlagen privater Banken und Bausparkassen mit Sitz in Deutschland bis zu 90 Prozent ihres Wertes, maximal bis 20.000 Euro pro Anleger (nicht pro Konto). Banken, die freiwillig am Einlagensicherungsfonds teilnehmen, sichern Geldanlagen mit hohen Millionenbeträgen ab. Der maximale Entschädigungsbetrag fällt in den einzelnen EU-Staaten allerdings sehr unterschiedlich aus und richtet sich nach nationalen Vorgaben. Französische Banken schützen beispielsweise die Einlagen ihrer Kunden bis 70.000 Euro pro Anleger. Und zwar auch, wenn diese Bank ihre Dienste in Deutschland anbietet.
Wer sicher gehen will, sollte sich hierzu informieren - gerade wenn er einen ausländischen Anbieter wählt. Der Schutz sollte stets die gesamte Höhe des Anlagebetrags umfassen.


