Geld sicher parken: Tagesgeldkonten
Von Michael Lorenz (ML)Wer Geld sicher anlegen und sich nicht fest binden möchte, kann es auf ein Tagesgeldkonto überführen. Derzeit gibt es dort hohe Zinsen. Der Markt ist in Bewegung - vor allem Direkt- und Internetbanken ringen um die Gunst der Kunden und versuchen sich gegenseitig zu überbieten.
Täglich verfügbar
Tagesgeldkonten bieten wesentlich mehr Zinsen als Sparbücher. Statt ein bis drei Prozent kann der Anleger für Tagesgelder vier bis sechs Prozent Zinsen erhalten. Ein besonderer Vorteil eines solchen Kontos liegt auch in seiner Flexibilität. Es ist täglich verfügbar - so kann der Kontoinhaber die dort liegenden Beträge jederzeit ohne Kündigungsfrist in beliebiger Höhe auf sein Girokonto zurückbuchen. Im Unterschied zum Girokonto hat er aber nicht die Möglichkeit, von dort Überweisungen vorzunehmen. Er muss außerdem in Kauf nehmen, dass die Bank den Zins jederzeit ändern kann.
Vermögen auf Tagesgeldkonten ist sicher angelegt. In Deutschland sichern private Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken pro Kunde eine Summe von 1,5 Millionen Euro zu 100 Prozent ab, indem sie Mitglied in einem Einlagensicherungsfonds sind. Bei einem möglichen Konkurs des Instituts verliert der Kunde also keinen Cent seines Ersparten. Nur wenige Anbieter gehören lediglich der gesetzlichen Einlagensicherung an, bei diesen sind pro Anleger 20.000 Euro zu 90 Prozent abgesichert. Viele ausländische Banken sichern das Geld in Höhe ihrer nationalen Einlagensicherung, mindestens sind aber 20.000 Euro zu 100 Prozent geschützt.
Hohe Einstiegszinsen
Allerdings: Der Tagesgeldmarkt ist recht unübersichtlich. Viele Anbieter konkurrieren um Kunden, oft werben sie mit Zinskonditionen, die nur für einen bestimmten Zeitraum, etwa drei oder sechs Monate, gelten. Nach Ablauf der Zeit sackt dann der Zins deutlich ab. In der Regel sind die attraktiven Zinsen zudem an weitere bestimmte Bedingungen geknüpft: So gelten sie nur für Neukunden oder bis zu einem bestimmten Höchstbetrag. Wichtig für den Kunden ist daher, zu vergleichen und sich die Vertragsbedingungen genau anzuschauen. Manche Tagesgeldkonten sind auch mit kostenpflichtigen Zusatzangeboten wie Kreditkarten oder Girokonten verknüpft, oder die Anbieter erheben Kosten in anderer Form, beispielsweise für Porto oder die Kontoführung. Diese können Kunden jedoch getrost umgehen, da es genügend kostenlose Tagesgeldkonten gibt.
Wer vorhat, sein Geld länger auf dem Konto zu belassen, sollte außerdem nicht nur nach den besten Tageszinsen entscheiden, sondern die Zinsentwicklung der Anbieter über einen längeren Zeitraum betrachten und möglichst eine Bank wählen, die in der Vergangenheit kontinuierlich gute Zinsen geboten hat.
Tagesgeldhopping
Wer hingegen Zeit und Lust hat, durchgängig von Spitzenzinsen zu profitieren, kann einfach von einem Anbieter zum nächsten "hoppen". Dies ist kein Problem, denn Tagesgeldkonten unterliegen keiner Kündigungsfrist. Mit einem formlosen Schreiben lässt sich das Konto wieder auflösen und der Betrag bei der nächsten Bank zum Aktions-Zins anlegen.
Tagesgeld-Hopper sollten allerdings den Markt genau beobachten, um rechtzeitig zu wissen, zu welchem Anbieter sie nach Ablauf der Neukundenverzinsung wechseln.
Für die Eröffnung eines Tagesgeldkontos können sich Kunden die entsprechenden Formulare auf den Websites der Banken herunterladen, diese ausfüllen und dann zur nächsten Postfiliale bringen. Per Postident wird der Antrag am Schalter vervollständigt, indem der Kunde dort seinen Personalausweis vorlegt. In der Regel erhält er dann innerhalb von paar Tagen die Kontounterlagen und seine Freischaltung.


