Investieren in Gold
Von Michael Lorenz (ML)Angesichts der gestiegenen Inflation und schwankender Börsen wächst das Interesse der Anleger, ihr Geld sicher anzulegen. Ein glänzender Rohstoff rückt dabei immer mehr in den Fokus der Anleger: Gold.
Wer in Gold investiert, erhält keine Zinsen und Dividenden, sondern der Gewinn des Anlegers ergibt sich aus dem Kurswert des Rohstoffs. Bestimmt wird der Goldpreis vom Prinzip Angebot und Nachfrage. Viele Faktoren nehmen Einfluss darauf, vor allem aber zeigt sich: Anleger investieren dann gern in Gold, wenn sie Angst haben, dass Papiergeld ihren Wohlstand nicht sichern kann. Da sich der Goldpreis in solchen Phasen bisher traditionell positiv entwickelte, gilt eine Anlage in das edle Metall als Schutz vor Inflation. Vermögensverwalter raten seit Jahren, zur Risikostreuung dem Depot einen Goldanteil von fünf bis zehn Prozent beizufügen. Wichtig zu wissen: Weil Gold in US-Dollar notiert, kann es sein, dass Anleger im Euroraum nur teilweise von einem steigenden Goldkurs profitieren.
Gold physisch erwerben
Anleger haben verschiedene Möglichkeiten vom Wert des Goldes zu profitieren. Zum einen können sie das Edelmetall physisch erwerben, und zwar in Form von Barren, Münzen oder Schmuck, und es dann aufbewahren. Dabei fallen allerdings eventuell Gebühren für ein kostenpflichtiges Bankschließfach beziehungsweise Kosten für einen Tresor an. Zudem mindert die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs die Rendite.
Eine Alternative dazu sind so genannte Exchange Traded Commodities (ETCs). Diese Papiere bilden den Preis von Rohstoffen an den wichtigen Märkten ab. Sie sind unbefristete, besicherte Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten und verbriefen entweder einen Zahlungsanspruch oder einen Lieferanspruch des Basiswerts, in diesem Falle Gold. Bei der zweiten Variante erwirbt der Emittent den Rohstoff und lagert ihn bei einem Treuhänder ein. So kann der Anleger zwar im Falle der Insolvenz des Anbieters den Gewinn verlieren, doch bleibt der physische Goldbesitz erhalten.
In Deutschland werden ETC´s auf der xtf-Plattform des Handelssystem Xetra der Deutsche Börse Commodities GmbH gehandelt, Anleger können sie wie Aktien jederzeit kaufen und verkaufen. Das Papier der Deutsche Börse Commodities GmbH heißt Xetra-Gold und verbrieft je Schuldverschreibung einen Lieferanspruch auf eine zehntel Feinunze Gold. Für die Lagerung des Basiswerts zahlt der Erwerber eine Depotgebühr von 0,36 Prozent pro Jahr. Möchte er die ETC´s wieder verkaufen, kann er sich den Gegenwert auszahlen oder seine Goldmenge ausliefern lassen, wobei letzteres Kosten in Höhe von 300 Euro verursacht.
Goldminenaktien
Wer sein Geld spekulativ in Gold investieren möchte, kann auf Goldminenaktien setzen.
Sie vollziehen den Verlauf des Goldpreises meist überproportional mit - sowohl nach unten als auch nach oben. Auf ihre Entwicklung hat aber nicht nur der Kurs des Rohstoffs Einfluss, sondern auch die Höhe der Förderkosten die wiederum stark vom Ölpreis bestimmt sind. Zudem hängt der Kursverlauf der Aktien auch vom Unternehmensmanagement der Gesellschaft und den Ressourcen für die Erschließung neuer Vorkommen ab. Hinzu kommt ein Währungsrisiko: Bei Unternehmen mit Minen in Südafrika, Kanada oder Brasilien wirkt sich eine Aufwertung der Landeswährung auf die Umsätze und die Gewinnmargen aus, denn Gold wird in US-Dollar ausgewiesen, während die Umsätze in der Heimatwährung bilanziert werden.
Goldfonds
Es ist deshalb kaum ratsam, ausschließlich auf ein Papier zu setzen. Statt über Aktien kann der Anleger aber auch über Anteile eines entsprechenden Fonds vom Goldminengeschäft profitieren. Doch ob Goldminenaktien oder Goldfonds, der Nachteil einer solchen Anlage besteht darin, dass die Kurse starken schwanken. Wer sich dafür entscheidet, sollte also auch überproportional gute Nerven haben.


