Nicht nur für den Hausbau - das Bausparen
Von Michael Lorenz (ML)Das Bausparen ist eine Sparform auf Gegenseitigkeit, die es bereits seit dem 18 Jahrhundert gibt, in Deutschland seit 1885. Hierzulande haben Bausparkassen seit Ende des Zweiten Weltkrieges mehr als 800 Milliarden Euro für Wohnungsfinanzierungen zur Verfügung gestellt. Damit sind über 13 Millionen Wohnungen, darunter 9 Millionen Neubauten, mit Hilfe von Bausparmitteln finanziert worden.
Die Grundidee des kollektiven Bausparens
Das Prinzip des Bausparens lässt sich relativ einfach erklären. Jeder Sparer finanziert das Vorhaben von anderen Sparern mit. Alle Spar- und Tilgungsleistungen des Bausparvertrages fließen in einen Topf, aus dem alle Bausparer nach und nach bedient werden. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wird das Bausparguthaben plus Bauspardarlehen ausbezahlt, um in die Baufinanzierung eingebracht zu werden. Doch inzwischen nutzen auch Sparer ohne Immobilienwunsch Bausparkassen, denn die Guthabenzinsen sind manchmal höher als bei anderen Anlageformen.
Der Ablauf des Bausparens für Häuslebauer
Die Wartezeit beim Bausparen ist die normative Kraft des Faktischen und bezeichnet den Zeitraum zwischen Vertragsabschluss und Zuteilung. Drei Phasen prägen diese Zeit:
• die Ansparphase
• die Ruhephase/Zuteilung
• die Darlehensphase
Die Ansparphase
Während der Ansparphase wird der Vertrag so lange bespart, bis das Mindestsparguthaben erreicht ist. Dies geschieht in Abhängigkeit des Tarifes. Die Sparrate liegt monatlich meist bei 3 – 10 Promille der Bausparsumme, es sei denn der Sparer leistet einen Einmalbetrag. Meistens dauert eine Ansparphase etwa sieben bis zehn Jahre.
Die Ruhephase
Die Ruhephase wird meist als Zuteilungsphase bezeichnet. Drei Kriterien müssen erfüllt sein, damit der Vertrag zur Auszahlung kommt:
• Mindestsparzeit, die Zeit, die der Vertrag bespart werden muss
• Mindestsparguthaben, die Mindesteinlage, damit der Vertrag zuteilungsreif ist
• Bewertungszahl, die „Schulnote“ für die Spartreue, Kennziffer für die Zuteilung
Die Dalehensphase
Ist das Geld ausbezahlt, beginnt sofort die Darlehensphase. In etwa 7 – 12 Jahren muss das Darlehen getilgt sein. Damit ergibt sich auch im Vergleich zum Hypothekendarlehen eine höhere monatliche Belastung. Zwar bieten Bausparkassen gerade Bausparern mit Immobilienwunsch neue flexiblere Tarife, bei denen beispielsweise kein Mindestsparguthaben erforderlich ist oder gelockerte Sondertilgungsmöglichkeiten gelten, doch das verändert das Prinzip des Bausparen nur wenig.
Bausparen als Geldanlage
Die Guthabenzinsen locken manchen Sparer an. Doch angesichts eines Zinses von rund fünf Prozent lohnen sich Bausparverträge meist nur eingeschränkt und gibt es Geldanlageformen, die mit Chancen auf höhere Gewinne aufwarten. Wer im Rahmen seiner Vermögenswirksamen Leistungen nach einer sicheren Geldanlage sucht, für den stellen Renditetarife der Bausparkassen allerdings eine Alternative dar. Schließlich lässt sich der Ertrag im Rahmen der staatlichen Förderung, sofern der Bausparer anspruchsberechtigt ist, weiter steigern. Mithilfe der Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmersparzulage können Sparer so eine ordentliche Rendite erzielen.
Fazit
Bausparen lohnt sich meist nicht im Rahmen einer Immobilienfinanzierung. Die finanzielle Belastung ist für die meisten Familien einfach zu hoch und inzwischen gibt es Hypothekendarlehen, die auf dem Zinsniveau des Bausparkassendarlehens liegen. Lohnend sind Bausparverträge eigentlich nur, wenn nur ein geringer Finanzierungsbedarf von beispielsweise 40.000 Euro besteht oder der Vertrag dafür genutzt werden soll, die Immobilie später einmal in Schuss zu halten und deshalb auch nur eine relativ geringe Summe benötigt wird. Für Sparer sind die Tarife meist nur in Kombination mit staatlicher Förderung interessant. Sie kommen beispielsweise auch für Rentner in Frage, die aufgrund ihrer geringeren Einkünfte die Wohnungsbauprämie kassieren können.


